Zahnfehlstellungen bei Kindern

17.09.2024

Zahnfehlstellungen bei Kindern: Wann ist der richtige Zeitpunkt für eine kieferorthopädische Behandlung? 

Die Zahngesundheit von Kindern umfasst nicht nur die Pflege der Zähne, sondern auch die rechtzeitige Erkennung und Behandlung von Zahnfehlstellungen. Diese können, wenn sie unbehandelt bleiben, langfristige Auswirkungen auf die Zahngesundheit, die Kieferfunktion und das allgemeine Wohlbefinden Ihres Kindes haben. In diesem Artikel von pro dent Walldorf klären wir die wichtigsten Fragen rund um Zahnfehlstellungen: Wann sollte eine kieferorthopädische Behandlung beginnen? Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es? Und wie können die Kosten dafür finanziert werden?

1. Wann sollte ich mit einer kieferorthopädischen Behandlung beginnen?

Der richtige Zeitpunkt für den Beginn einer kieferorthopädischen Behandlung hängt stark von der individuellen Entwicklung des Gebisses Ihres Kindes ab. Im Allgemeinen empfehlen wir, dass Kinder zwischen dem 6. und 7. Lebensjahr zu einer ersten kieferorthopädischen Untersuchung vorgestellt werden sollten. Zu diesem Zeitpunkt befinden sich viele Kinder im Übergang vom Milchzahngebiss zum bleibenden Gebiss, und erste Fehlstellungen oder Kieferprobleme können bereits erkannt werden.

Ein früher Besuch beim Kieferorthopäden ermöglicht es, potenzielle Probleme frühzeitig zu erkennen und zu behandeln, bevor sie sich verschlimmern. Dies ist besonders wichtig, weil eine rechtzeitige Behandlung oft unkomplizierter und weniger invasiv ist. Zahnfehlstellungen, die in jungen Jahren korrigiert werden, können oft ohne aufwändige Maßnahmen wie das Ziehen von Zähnen behoben werden.

Anzeichen, dass eine kieferorthopädische Untersuchung sinnvoll ist:

  • Vorzeitiger oder verzögerter Verlust von Milchzähnen
  • Schwierigkeiten beim Kauen oder Beißen
  • Sichtbare Fehlstellungen oder Engstände der Zähne
  • Kreuzbiss, Überbiss oder Unterbiss
  • Offener Biss (Zähne treffen sich beim Schließen des Mundes nicht)
  • Atemprobleme oder Mundatmung

Obwohl die erste Untersuchung in der Regel im frühen Grundschulalter stattfindet, beginnt die eigentliche Behandlung häufig zwischen dem 9. und 12. Lebensjahr, wenn das bleibende Gebiss fast vollständig ist.

2. Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

Es gibt eine Vielzahl von Behandlungsmöglichkeiten, um Zahnfehlstellungen zu korrigieren. Welche Methode für Ihr Kind die beste ist, hängt von der Art der Fehlstellung und dem Alter Ihres Kindes ab. Hier sind die häufigsten Behandlungsmethoden:

  • Herausnehmbare Zahnspangen: Diese werden oft bei jüngeren Kindern verwendet, um das Wachstum des Kiefers zu lenken und leichtere Fehlstellungen zu korrigieren. Herausnehmbare Spangen können tagsüber und nachts getragen werden, und die Tragedauer hängt vom Behandlungsplan ab. Sie sind besonders dann sinnvoll, wenn das Kieferwachstum noch nicht abgeschlossen ist.
  • Feste Zahnspangen (Brackets): Feste Zahnspangen werden meist bei älteren Kindern und Jugendlichen eingesetzt, um komplexere Zahnfehlstellungen zu korrigieren. Brackets aus Metall oder Keramik werden auf die Zähne geklebt und durch einen Draht verbunden, der regelmäßig angepasst wird, um die Zähne nach und nach in die richtige Position zu bringen. Diese Art der Zahnspange bietet präzise Korrekturen und ist die häufigste Behandlungsmethode bei Zahnfehlstellungen.
  • Aligner (durchsichtige Schienen): Aligner sind eine moderne und ästhetisch ansprechende Alternative zu herkömmlichen Zahnspangen. Sie bestehen aus transparenten Kunststoffschienen, die individuell angefertigt werden und die Zähne Schritt für Schritt in die richtige Position bewegen. Diese Schienen sind herausnehmbar und ermöglichen eine gute Mundhygiene. Allerdings sind Aligner eher für Jugendliche mit vollständig entwickeltem Gebiss geeignet.
  • Funktionskieferorthopädische Geräte: Diese Geräte werden bei jüngeren Kindern eingesetzt, um die Kieferentwicklung zu beeinflussen und Wachstumsstörungen des Kiefers zu korrigieren. Sie unterstützen die Harmonisierung der Kieferlage und bereiten das Gebiss auf eine spätere Behandlung mit festen Zahnspangen vor.
  • Retainer: Nach Abschluss der aktiven kieferorthopädischen Behandlung wird in der Regel ein Retainer verwendet, um die korrigierte Zahnstellung zu stabilisieren und sicherzustellen, dass sich die Zähne nicht wieder in ihre alte Position verschieben.

3. Wie kann ich die Kosten für eine kieferorthopädische Behandlung finanzieren?

Die Kosten einer kieferorthopädischen Behandlung können je nach Art der Fehlstellung, Dauer der Behandlung und den verwendeten Geräten variieren. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, die Kosten zu finanzieren:

  • Gesetzliche Krankenversicherung: Die gesetzliche Krankenkasse übernimmt die Kosten für eine kieferorthopädische Behandlung bei Kindern, wenn eine sogenannte „medizinische Notwendigkeit“ festgestellt wird. Dies geschieht anhand des Kieferorthopädischen Indikationssystems (KIG), das Zahnfehlstellungen in fünf Schweregrade einteilt. Die Krankenkasse übernimmt in der Regel die Kosten bei den Schweregraden 3, 4 und 5, also bei mittleren bis schweren Fehlstellungen. Eltern müssen zunächst 20 % der Kosten selbst tragen, erhalten diesen Betrag jedoch nach erfolgreichem Abschluss der Behandlung von der Krankenkasse zurück.
  • Private Krankenversicherung: Bei privat versicherten Kindern sind die Leistungen je nach Tarif unterschiedlich. Viele private Krankenversicherungen übernehmen einen Großteil der Kosten für kieferorthopädische Behandlungen, auch bei leichteren Fehlstellungen. Es ist wichtig, vor Beginn der Behandlung den genauen Leistungsumfang mit der Versicherung zu klären.
  • Zusatzversicherung: Für gesetzlich Versicherte kann eine Zahnzusatzversicherung sinnvoll sein, um Kosten für Behandlungen abzudecken, die von der gesetzlichen Krankenkasse nicht vollständig übernommen werden. Hierbei sollte darauf geachtet werden, dass der Tarif auch kieferorthopädische Behandlungen für Kinder abdeckt.
  • Ratenzahlung: Viele kieferorthopädische Praxen bieten flexible Zahlungsmodelle an. Eltern haben oft die Möglichkeit, die Behandlungskosten in Raten zu zahlen, was die finanzielle Belastung über einen längeren Zeitraum verteilt.
  • Eigenleistungen: Bei einigen Behandlungen, insbesondere wenn ästhetischere Materialien (wie Keramikbrackets oder durchsichtige Aligner) gewünscht werden, entstehen zusätzliche Kosten, die nicht von der Krankenkasse übernommen werden. Diese Mehrkosten müssen privat finanziert werden, können aber oft in Teilzahlungen beglichen werden.

Eine frühzeitige kieferorthopädische Untersuchung ist entscheidend

Zahnfehlstellungen bei Kindern sollten frühzeitig erkannt und behandelt werden, um langfristige Komplikationen zu vermeiden. Der ideale Zeitpunkt für die erste kieferorthopädische Untersuchung liegt zwischen dem 6. und 7. Lebensjahr. Je nach Art der Fehlstellung stehen verschiedene Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung, von herausnehmbaren Spangen bis hin zu festen Zahnspangen oder Alignern.

Die Finanzierung einer kieferorthopädischen Behandlung kann durch die gesetzliche oder private Krankenversicherung unterstützt werden, und wir bieten Ihnen gerne individuelle Lösungen für die Kostenaufteilung an.

Wenn Sie Fragen zur kieferorthopädischen Behandlung Ihres Kindes haben oder eine Untersuchung in unserer Praxis vereinbaren möchten, stehen wir Ihnen bei pro dent Walldorf jederzeit zur Verfügung.

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